Der Bratschist Saša Mirković hat als Kind die Luftangriffe der NATO auf Belgrad erlebt. Marc Sinans Vater überlebte, ebenfalls als Junge, die Bombardierung Berlins durch die Alliierten. Bomben hinterlassen Spuren – im Stadtbild, an Menschen und auch über Generationen hinweg. Wie lässt sich die Ambivalenz des Einsatzes von „Different Bombs“ künstlerisch erfahrbar machen?Vom Zuspielband und live performt werden Interviewausschnitte mit unterschiedlichen Personen, die professionell oder persönlich mit Luftangriffen in Berührung kamen oder kommen, zu hören sein. Gleichwertig werden die opponierenden Standpunkte von „Opfern“ und „Tätern“, wie etwa Geflüchtete, denen die Schilderungen von Waffeningenieur*innen oder Politiker*innen gegenüber gestellt werden. Marc Sinans Vorbild in Bezug auf den Umgang mit historischen Ereignissen und vor allem mit dokumentarischen Sprachaufnahmen ist DIFFERENT TRAINS (1988) von Steve Reich. Ähnlich wie die Musik in Reichs Stück wird auch der Berliner Komponist die Geräusche und Rhythmen aus den O-Tönen der Interviews und unterschiedliche Erfahrungen mit dem Einsatz von Bomben in seine Komposition einbinden. Die Musiker*innen konzertieren live mit dem Zuspielband und agieren gleichzeitig als Performer*innen. DIFFERENT BOMBS in dieser kammermusikalischen Version ist eine ebenso intime wie präzise Betrachtung darüber, wie leicht Gut und Böse sich umkehren.   Karten erhalten Sie an der Abendkasse für 10 €, ermäßigt: 8 €.Aufgrund der Corona-Pandemie bitten wir um verbindliche Anmeldungen unter info@spreehalle.berlin